Menü Schließen

Forumtheater

Sich mit Hilfe von Theater stark machen

Wenn wir mit Benachteiligung oder Unterdrückung oder sogar Schmerz konfrontiert werden, die mit Geld zu tun haben, kann uns das blockieren und unsere Handlungsfähigkeit rauben. Wir schlagen das Forumtheater als Methode vor, weil Menschen damit für sich selbst – individuell – Handlungsalternativen entwickeln und dadurch überhaupt ihre Handlungsfähigkeit stärken können. Das Forumtheater gehört zu den Methoden, die nicht spezifisch auf Geld ausgerichtet sind, sich jedoch aus unserer Sicht grundsätzlich für dieses Thema eignen – solange es um Schwierigkeiten geht, die von anderen einzelnen Menschen verursacht werden.

Mit dieser Methode können wir herausfinden, wie es zur Benachteiligung, Unterdrückung und Verletzung von Menschen bei Geldthemen kommen kann. Das Handeln eines einzelnen Menschen, das jemand anderen verletzt, steht im Vordergrund – und wie man sich künftig davor besser schützen kann.

Fotos: Leo Schenk, Anleitung und Regie im Konvent 2022 des Projektes DialogRaumGeld: Nina Roob

Wie geht Forumtheater?

Ein physisch und/oder psychisch schmerzhaftes Erlebnis, ein Ereignis der Benachteiligung, Unterdrückung bzw. Demütigung wird in eine Spielszene verwandelt und aufgeführt, um Lösungsalternativen für kommende ähnliche Situationen zu entwickeln. Friderike Wilckens von Hein erläutert das Vorgehen in einem Artikel der bpb: „Die Zuschauer werden von dem Moderator aufgefordert, Lösungs- und Handlungsvorschläge für den dargestellten Konflikt auszuprobieren. Dafür kommen sie auf die Bühne und zeigen spontan, wie sie mit der Situation umgehen würden. Die Schauspieler agieren weiterhin als Gegenspieler. Sie fordern die Zuschauer heraus, sich dem Konflikt zu stellen, nicht aufzugeben, sondern nach immer neuen Handlungsalternativen zu suchen. Die Gegenspieler dürfen nicht ausgetauscht werden. (…) Das Publikum erfährt die möglichen Wirkungen der jeweils vorgestellten Idee. Neue Ideen werden geboren und neue Sichtweisen tun sich auf. Am Ende haben die Zuschauer ein ganzes Spektrum an Handlungsmöglichkeiten gesehen und ausprobiert.“

Und was ist mit dem strukturellen Rahmen?

Alles individuelle Handeln findet allerdings auch in einem strukturellen Rahmen statt: in einer Familie oder Wohngemeinschaft, einem Unternehmen, Verein oder Netzwerk sowie unter den gesamtgesellschaftlichen Bedingungen. Ausgesprochene und unausgesprochene Vorgaben wie Wertvorstellungen, Normen, allgemeine Glaubenssätze (wie das „Immer-höher-schneller-weiter“) und natürlich auch Gesetze spielen eine Rolle.

Welche Bedeutung dieser strukturelle Rahmen hat, kann im Austausch nach einem Forum versucht werden aufzuhellen. Wie dieser politisch verändert werden kann, können wir mit der Methode des Legislativen Theaters klären:

Erweiterung durch das Legislative Theater

Im Forumtheater werden Konfliktanteile dargestellt, die zwischen einzelnen Menschen stattfinden. Wir vermuten (und wollen das zu einem passenden Zeitpunkt auch noch zeigen), dass die organisationalen und/oder gesamtgesellschaftlichen Komponenten des Konfliktes mit dem Legislativen Theater behandelt werden können: „Eine Weiterentwicklung des Forumtheaters ist das Legislative Theater. Hier bleibt es nicht bei der Erweiterung des Handlungspotenzials Einzelner. Damit das Theater nicht nur Theater bleibt, werden konkrete Vorschläge, die sich an Institutionen, Verwaltung oder Politik richten, gesammelt und in einem spontanen Stimmungsbild festgehalten. Zuvor sollten Entscheidungsträger in die Projekt-Entwicklung einbezogen werden. Sie sollten bereit sein, die Vorschläge aufzunehmen und in weiterführenden Gremien mit der Zielgruppe zu diskutieren. Angeregt durch die szenische Diskussion der Theater-Foren sollen so positive Impulse aufgegriffen und zur Umsetzung gebracht werden.“ (Friderike Wilckens-von Hein, 18.07.2011 in bpb)

Erfinder war der Brasilianer Augusto Boal

„Das Forumtheater ist eine der wesentlichen Methoden des brasilianischen Theatermachers Augusto Boal, die er in seinem Buch ‚Theater der Unterdrückten‘ beschreibt“ (Friderike Wilckens-von Hein, 18.07.2011 in bpb). Im Rahmen des Konventes des Projektes DialogRaumGeld haben wir einen kurzen, aber intensiven Blick auf das Potenzial dieser Methode werfen können.


Zum vorläufigen Steckbrief der Methode geht’s hier

zurück